Finanz und Wirtschaft - Ein eigener Devisenmarkt für Kleinunternehmer

Finanz und Wirtschaft, vom 11. Februar 2004

Ein eigener Devisenmarkt für Kleinunternehmer

Von Guido Meier

Die in der Schweiz ansässigen kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) können seit rund vier Jahren mitmischen wie die Grossen - zumindest was den Kauf und Verkauf von Fremdwährungen angeht. Davor war es für die KMU fast unmöglich, bei einem Wechselkurs Grosskundenkonditionen zu erhalten. Denn der Umsatz muss einen Mindestbetrag erreichen (in der Regel deutlich über einer Viertelmillion Franken), damit bessere Konditionen drinliegen.

KMU-Online bietet seit vier Jahren mittelgrossen Unternehmen an, ihre Fremdwährungspositionen zu Grosskundenkonditionen abzuwickeln. Der spezialisierte Anbieter bündelt die verschiedenen Devisengeschäfte, kann dadurch grössere Volumen glattstellen und seinen Kunden somit einen attraktiveren Wechselkurs anbieten. Ein weiterer Grund für die vergleichsweise tiefen Wechselkurse ist die Vollautomatisierung aller Arbeitsprozesse, inklusive Buchhaltung. KMU sparen, je nach Grösse des Devisengeschäfts, 50 bis 70% der Wechselkurskosten und haben zudem die Möglichkeit, auf dem Internet (Adresse: www.wechselstube.ch) die Preise zu vergleichen.

Bei einem Kauf von z.B. 60000 Euro sparen Kunden rund 850 Fr., erklärt Martin Streb von KMU-Online. Ein spesenfreier Zahlungsverkehr ab 10'000 Fr. ermöglicht KMU bis zu 1% des Umsatzes einzusparen. Hochgerechnet auf alle international operierenden Schweizer KMU, argumentiert Streb, liege das Sparpotenzial um 500 Mio. Fr.pro Jahr. Geld das für Investitionen zur Verfügung stehen könnte.